der gesamte Bericht ist auf polnisch nachzulesen hier: http://www.kp.org.pl/pdf/stanowiska/wodne/2016-09_ryzyko_oddz_progr_rozw_zeglugi_na_przyrode.pdf
Zusammenfassung
Im Odertal würde die Umsetzung der Strategie die
Integrität der gesamten Kette an Schutzgebieten entlang der Oder (17 Natura
2000-Gebiete und 4 Landschaftsparks), von der tschechischen Grenze bis nach
Stettin, unterminieren. Die Mehrheit der Schutzgebiete würde den entscheidenden
Umweltfaktor verlieren, die über ihr Funktionieren bestimmt. Das sind die periodischen
Hochwasser der Oder, welche entscheidend sind für die Lebensräume: Weiden-, Pappel-
oder Erlen-Auenwälder (91E0), Eschen-Hainbuchen-Hartholzaue (91F0),
Brenndolden-Stromtalwiesen (6440), bedeutend auch für die Altwässer (3150)
sowie andere Lebensraumtypen. Verloren wäre die gesamten Oder-Vorkommen des
Lebensraumtyps 3270 – Flüsse mit schlammigen Ufern. Durch den Verlust von temporären
Schwemmland und Überschwemmungsflächen in der Aue würde es zur bedeutenden
Verschlechterung der Lebensräume von Vogelarten kommen, die in Natua 2000-Gebieten
geschützt sind. Einige Standorte geschützter Lebensraumtypen würde durch die
notwendige Anpassung des Flussbettes an die angestrebte Schiffbarkeitsklasse
physikalisch zerstört werden. Die negativen Folgen beträfen auch einen der wertvollsten
Weichholzauen-Komplexe (91F0) in Europa. Die auf diese Weise beschädigte
Integrität des Natura 2000-Netzes wäre in keiner Weise möglich zu kompensieren.
An der Oder würde die Realisierung der Strategie die
Umweltbedingungen für gegenwärtig umgesetzte Investitionen beeinflussen: die
Staustufen Malczyce, Wrocławski węzeł wodny, sowie die Talsperre Raciborz
Dolny, die nach der Bewertung der Auswirkungen auf die Natura 2000-Gebiete
unter der Vorraussetzung genehmigt worden sind, dass Maßnahme zur Minimierung
der Auswirkungen umgesetzt werden. Im Falle der Umsetzung der Strategie könnten
diese Maßnahmen überhaupt nicht umgesetzt werden oder ihr Effekt wäre völlig zu
vernachlässigen.
In der Weichsel-Aue würde die Realisierung der Strategie
die Zerstörung der Integrität der gesamten Kette von Schutzgebieten (10 Natura
2000-Gebiete, Landschaftsparks, 10 Naturschutzgebiete) zwischen Warschau und
der Weichsel-Mündung bedeuten. Der Charakter des Flusses würde auf diesem
Abschnitt komplett zerstört werden, einschließlich aller Naturwerte, die an
diesen Charakter gebunden sind – insbesondere das dynamische System von
Sandbänken, Flussinseln, Fluss-Verzweigungen, erodierten Ufern und zeitweilig
überschwemmten Flusswiesen.
Zerstört werden würde ein wesentlicher Teil des Landesbestandes
des Lebensraums der Brandgans Tadorna tadorna, des Austernfischers Haematopus ostralegus, der Fluss- und
Sandregenpfeifers Charadrius dubius, Charadrius hiaticula, der
Schwarzkopfmöwe Larus melanocephalus, der Sturmmöwe Larus canus,
der Fluss-Seeschwalbe Sterna hirundo sowie der Zwergseeschwalbe Sterna
albifrons. Die Lebensräume von geschützten Fischarten in Natura
2000-Gebieten in diesem Abschnitt der Weichsel zerstört werden. Eine indirekte, aber unabwendbare
Auswirkung wäre das Verschwinden von Sandbänken in der Weichselmündung, was zu
einem völligen Verlust der Naturwerte der Mündung führen würde, darunter sind
das einzige ständige Vorkommen der Kegelrobbe Halichoerus
grypus in Polen und ein Vorkommen
der Brandseeschwalbe Thalasseus sandvicensis. Die auf diese Weise verletzte
Integrität des Natura-2000-Netzwerkes wäre in keiner Weise kompensierbar.
In der Warte und
Netze-Niederung besteht das Risiko der Beeinflussung der Wasserverhältnisse des
gesamten vertorften Torun-Eberswalder Urstromtals, und dadurch von fast allen
Schutzobjekten der Kette von 6 Natura 2000-Gebieten, die das Urstromtal
ausfüllen.
Der Bau der
Wasserstraße in der Bug-Niederung verletzt grundsätzlich, unabhängig von der
gewählten Variante, die Integrität des Schutzgebietskomplexes aus Natura
2000-Gebieten und des Landschaftsparks, der sich durch die gesamte Aue zieht.
Der Bau
einer Reihe von Staustufen an der Weichsel und Oder würde (selbst im Falle des
Einsatzes von Fischtreppen) sich auf die Migrationsmöglichkeiten von
Wanderfischen auswirken, indem sich für anadrome Fische den Zugang zu praktisch
allen Laichgebieten in Polen verschlechtert. Ausgenommen sind nur die küstennahen
Flüsse. Diese gesamtpolnischen Auswirkungen beträfen insbesondere den Lachs Salmo
salar, das
Fluss-Neunauge Lampetra fluviatilis, und würden auch die Rückkehr des
Baltischen Störs Accipenser oxyrrynchus in die Mehrzahl der polnischen
Flüsse verhindern.
Die
Beschädigung des Natura 2000-Netzwerks durch die Umsetzung der Strategie könnte
nicht als Ergebnis von Kompensationsmaßnahmen wieder rückgängig gemacht werden.
Die negativen Auswirkungen, wie der Verlust eines bedeutenden Teils der
Landesvorkommen betreffen vor allem Lebensräume und Arten, die an große Fluss-Niederungen
gebunden sind. Es gibt in Polen nicht noch mehr solcher Niederungen, die nicht
durch das Programm betroffen sind und die Ziel für etwaige
Kompensationsmaßnahmen sein könnten.
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